Sonntag, 8. November 2015

Rezension "Blinde Vögel"




Preis: € 9,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 480
Altersempfehlung: ab 16
Meine Wertung: ♥ ♥ ♥ ♥
Reihe: Band 2 einer Reihe
Verlag: Rowohlt

Klappentext: Zwei Tote in Salzburg. Sie stranguliert, er erschossen. Die Tat eines zurückgewiesenen Liebhabers?
Aber die beiden scheinen zu Lebzeiten keinerlei Kontakt miteinander gehabt zu haben. Oder täuscht der erste Blick? Das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist ratlos. Aber Beatrice mag die Sache nicht auf sich beruhen lassen und verfolgt die Spuren, die die Toten im Internet hinterlassen haben. Auf Facebook wird Beatrice fündig: Beide waren dort Mitglieder in einem Forum, das sich ausgerechnet mit Lyrik befasst. Gedichte werden hier mit stimmungsvollen Fotos kombiniert und gepostet.
Ganz harmlos. Ganz harmlos?
 


Die Geschichte
 
Nachdem ich vor kurzem erst "Fünf" von Ursula Poznanski gelesen habe, musste ich direkt zu ihrem 2. Band dieser Thriller-Reihe greifen. Es geht um einen neuen Mordfall, den das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger lösen müssen. Diesmal ist das Thema jedoch nicht "Geocaching", sondern es dreht sich viel um "Facebook" und um "Gedichte". Auch diese Grundidee hat mir wieder sehr gut gefallen, denn in Thrillern kommen Socialmedia ja eigentlich selten vor. Ursula Poznanski schafft es immer, aktuelle Themen mit in ihre Bücher einzubringen und sie dadurch noch glaubwürdiger wirken zu lassen. Ich habe mich aber nicht nur damit sehr verbunden gefühlt, sondern auch mit ihren Hauptcharakteren. Es war toll, die beiden Polizisten in diesem Buch wiederzusehen und deren Entwicklung weiterzuverfolgen. Beide haben sich - meiner Meinung - beruflich, sowie privat sehr weiterentwickelt und gehen besonders mit ihren Gefühlen nun etwas offener um. Zwar geht es mit der Liebesgeschichte nur langsam voran, aber das ist in einem Thriller auch besser so. Denn im Vordergrund sollte schließlich die Ermittlung stehen und deshalb hat die Autorin das Ganze sehr gut gelöst. Der Mordfall an sich war sehr interessant, denn durch die verschlüsselten Facebooknachrichten wird der Leser selbst ein bisschen zum Rätseln animiert. Diesmal bin ich jedoch bis zum Schluss nicht auf die Lösung gekommen. Es war wirklich genial durchdacht und im Nachhinein auch logisch nachvollziehbar. Einziger Kritikpunkt ist, dass mir zu Beginn und teilweise sogar zur Mitte des Buches ein wenig die Spannung gefehlt hat. Da man Beatrice und Florin bereits ins Herz geschlossen hat, war es zwar trotzdem interessant, aber die Ermittlung an sich zog sich an einigen Stellen. Nichtsdestotrotz ist es eine gelungene Fortsetzung.
 
Die Charaktere
 
Beatrice Kaspary ist eine wirklich sympathische Polizistin, allerdings gefällt sie mir als Mutter immer noch nicht so gut. Sie vernachlässigt ihre Kinder schon ein bisschen, auch wenn sie sich in diesem Band ein wenige mehr Mühe gibt. Sobald ein neuer Mordfall von ihr besitzergriffen hat, vergisst sie alles um sich herum und lebt für ihren Beruf. Wie gesagt, als Ermittlerin ist sie wirklich klasse, doch sie hat nun mal eine Familie und sollte diese nicht aus den Augen verlieren. Ich hoffe sehr, dass sich das in den weiteren Bänden noch bessern wird. Über Florin Wenninger erfährt man diesmal auch ein wenig mehr. Es geht viel um seine Beziehung, die durch die Arbeit und besonders durch seine Gefühle zu Beatrice auf der Kippe steht. Mehr möchte ich hier jedoch nicht verraten. Stefan, ein weiterer Polizist, ist mir ebenfalls sehr sympathisch. Über ihn würde ich gerne auch noch mehr erfahren.
 
Der Schreibstil
 
Ursula Poznanskis Schreibstil ist und bleibt einfach wundervoll. Es ist jedes Mal ein Genuss, eines ihrer Bücher zu lesen. Durch die Gedichte hatte diese Geschichte sogar etwas poetisches an sich. Es ist wirklich genial, wenn man daraus eine Geheimsprache entwickeln kann. Auf diese Idee muss man erst mal kommen und deshalb achte ich die Autorin sehr.
 
Fazit
 
 Zwar hat der 2. Band - durch fehlender Spannung - einen Punktabzug von mir bekommen, trotzdem spielt er in der Liga der Thriller ganz oben. Es handelt sich hierbei ja schließlich auch um eine Reihe und da spielen private Aspekte ebenfalls eine Rolle. Für mich war dieser Teil deshalb nur in Bezug auf die Ermittlung ein wenig schwächer als sein Vorgänger. Ansonsten war es wieder ein genialer Mordfall und ich bin schon sehr gespannt, was die beiden Polizisten noch so erleben werden.
 
 
 

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